Rhönring- & Spessartring-Gärten mit der bauverein AG

»…Stadtbaurat August Buxbaum (plante) das Gebäudeensemble im Spessart- und Rhönring – ein Gegenentwurf zum bis dahin vorherrschenden Schlichtwohnungsbau für weniger privilegierte Schichten. Heute gelten die schmucken, zwischen 1921 und 1928 entstandenen und längst unter Ensembleschutz stehenden Gebäude als Beispiel für gelungenen sozialen Wohnungsbau…. und »Die Häuser im Rhön- und Spessartring sind architektonische Zeitzeugen. Sie prägen das Straßenbild an der Grenze zum Martinsviertel. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut, gehört das Buxbaum-Ensemble zu den ältesten Liegenschaften im Be-stand der bauverein AG und auf dieses Erbe sind wir sehr stolz“, so der für den technischen Bereich zuständige Vorstand Armin Niedenthal: „Gemeinsam mit dem Denkmalschutz sind wir nun dabei, die Gebäude behutsam zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen.« (Quelle: Webseite der Bauverein AG Darmstadt).


Vielen Dank an die bauverein AG, dass sie sich sensibel und mit dem Willen zum Erhalt des Darmstädter Straßenbildes, aber auch für seine Bewohner einsetzt!

Wir sind uns über das historische und soziale Gewicht des Buxbaumensembles bewußt und betrachten ausschließlich die Grünflächen vor den Häusern, die Eingangsbereiche und falls erlaubt, fügen wir vertikale Komponenten ein.

Ein für Menschen »essbares Darmstadt« kann wegen des massiven Verkehrs nur bedingt umgesetzt werden. Wir glauben aber, dass ein offenes und kommuniziertes Engagement der bauverein AG mit dem Ziel der »Verschönerung« des Lebensumfeldes der Mieter dazu führen wird, dass Vertrauen zum Vermieter gestärkt und eine Identifikation der Mieter mit ihrem Haus stattfinden wird.

Der Baukasten besteht aus mehreren Komponenten:

1. Einer Reihe von Skizzen (Anregungen, im Vorfeld mit dem Denkmalschutz abgestimmt), die in einem Informationsbrief an jeden Mieter versendet wird.

Betont wird, dass ein gemeinschaftliches Engagement unbedingt gewünscht
ist und die bauverein AG die Voraussetzungen schaffen wird, den »eigenen« Vorgarten zu gestalten.

2. Vorgabe ist es, dass mind. 1/3 der Fläche mit Blühwiese bepflanzt sein soll.
Eine Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Gartenzentrale Appel (o.ä) ist in sofern interessant, da wir gemeinsam eine heimische und biodiversitäre Samenmischung entwickeln werden. Wenn sich in der ersten Phase keine Mieter einfinden, die das Projekt mittragen möchten, werden auf der gesamten Fläche Blüh- und Insektenwiesen eingesät.

3. Es wird ein Weg durch alle Vorgärten angelegt, der einfach befestigt ist, aber zum Durchwandern einlädt.

4. Es wird bei allen Pflanzungen darauf geachtet, dass keine Giftpflanzen ein-
gesetzt werden.

5. Es wird mit allen vereinbart, dass die Gärten frei zugänglich sind, keine Zäune die Parzellen abgrenzen und somit für alle, die den Weg durchschreiten möchten, zugänglich sind.
6. Das Gießwasser wird den Mietern zur Verfügung gestellt. Blumenwiesen und Wiesen müssen nicht gegossen werden.

7. Gemeinsam entwickelte Ideen bekommen eine realistische Chance.

In dem Moment in dem die Bewohner realisieren, dass es im Garten der Nachbarn viel schöner geworden ist, werden auch sie mitmachen wollen.

Entwurf bauverein AG: »Rhönring-&Spessartgärten« – Pro und Contra

PRO

• optische Aufwertung / Wertsteigerung der Gebäude
• Förderung des Verantwortungsbewusstseins der Mietern
• Förderung der heimischen Vegetation / Flora
• Förderung Diversität (Pflanzen, Insekten, Vögel, …)
• Kein Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, Dünger nötig
• weniger Pflegeaufwand durch weniger Mähen
• Verbesserung des Mikroklimas
• Anbindung an Klimaschutzprojekt (…)
• Anbindung an das Wegenetz »Lern-und-genusswege.de« von »Klimainsel« zu »Klimainsel«

Weniger Aufwand durch seltenes Mähen
= mehr Vielfalt, weniger Kosten

Mehr Pflanzenvielfalt -> mehr Blütentypen
= vielfältiges Nahrungsangebot für verschiedenste Insekten

Mehr Insektenvielfalt -> stabileres Ökosystem*1
= weniger Anfälligkeit

Mehr pflanzliche Biomasse -> mehr CO2-Bindung + Feinstaub Fixierung
= besseres Wohnklima

Mehr Interaktion*2 mit den Anwohnern -> größere Identifikation
= Zufriedenheit mit Wohnumfeld / mehr Wertschätzung der Wohnanlage


CONTRA

• Aufwand (einmalig) bei Neugestaltung der Grünflächen
Prozess des (gesellschaftlichen) Umdenkens hin zu einer nachhaltigen
Umweltgestaltung muss sich etablieren


*1 vielfältige Ökosystem-Dienstleistungen sind z.B.
– Bestäubung von Wild- wie Kulturpflanzen
– Nahrung für andere Tiere (Bpsw. Vögel, Igel, …)

*2 Interaktionsmöglichkeiten
– Infotafeln
– Spiele, Exkursionen, …
– siehe „weiter gedacht“


Umsetzung
Beratung und Umsetzung durch Fachleute (Empfehlungen folgen)

• Bodenvorbereitung (pflügen, entwurzeln)
• Aussaat und Anzucht einer regionaletypischen Pflanzenvegetation
• Pflege durch 1-3 maliges Mähen/Jahr (je nach Mischung), wichtig!
Nach der Samenreife

Weiterer Mehrwert
Vermittlung von Umweltthemen (für alle) informelles lernen
Historischer Bezug und Erklärungen auf Tafeln
Ökosystem Stadt in seiner Nischenvielfalt bereichern
Pflanzen, Insekten, Tiere, Menschen!

Weiter gedacht
• Vorzeigeprojekt
• Schnittblumen
• Verknüpfung mit ansässigem Gewerben
• Exkursionsstandort

Bedingungen der Initiative Essbares Darmstadt
Kein genverändertes Saatgut
Kein Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, (auf Grund von Nützlinge)
Kein mineralischer Dünger (auf Grund von Leguminosen)

Die Gärten werden mit umfangreicher, dezenter Beschilderung begleitet und mit Hilfe der Initiative Essbares Darmstadt allen Anwohnern näher gebracht.


INFOBOX

Ein Entwurf von der Initiative Essbares Darmstadt für die bauverein AG:

Paten/innen:

idee(at)essbaresdarmstadt.de

Dieter Krellmann
Tel: 0179 13 65 544

Anna-D. Arnold
Tel.: 0178 23 94 504

Adrian Jost (Dipl. Biologe)
Mail: adrian.jost(at)gmx.net

Entwurf März 2017