Saatgut schützen, warum?

WARUM SAATGUT SCHÜTZEN UND TEILEN?

Nicht nur aus eigennützigen Gründen macht der Saatgut-Tausch Sinn. Der Anbau von Monokulturen und Hybridpflanzen bedroht den natürlichen Artenreichtum, auch – und sogar besonders – bei den Nutzpflanzen. Obwohl Sortenreichtum, Geschmack, Standortangepasstheit und Nährstoffgehalt für die vielen alten Sorten sprechen, findet man sie kaum noch.

Durch den industriellen Anbau und die Vermarktung sind sie aus kurzfristig orientierten ökonomischen Gründen verdrängt worden. Übrig blieben nur noch die ertragreichsten Züchtungen.

Vielfalt ist mehr, als nur ertragreich.

Wusstest du beispielsweise, dass wir zurzeit weltweit nur 30 Pflanzensorten für 95 % unserer Ernährung nutzen? Und davon machen allein Mais, Reis, Weizen und Kartoffeln ganze 60 % aus! Das hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen festgestellt. Dabei hat der Mensch im Laufe seiner Entwicklung 7000 verschiedene Kulturpflanzen angebaut. (FAO, 2016)

Laut der FAO (2011) haben wir seit Beginn des zwanstigsten Jahrhunderts bereits 75 % der ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Pflanzenvielfalt verloren. Andererseits wächst der Einfluss einiger weniger Großkonzerne in der Saatgutproduktion, 10 Konzerne beherrschen weltweit 3/4 des Saatgutverkaufs und bestimmten somit was angebaut wird. Und wir merken es gar nicht, denn im Supermarkt haben wir uns längst an das mikrige Sortiment an verschiedenen Sorten gewöhnt!

Vielfalt ist bunt, gesund und lecker!

Gut, dass wir selbst etwas dagegen tun können. Durch Gärtnern im eigenen Garten oder auf dem Balkon, das Konservieren von Saatgut und Initiativen wie die Saatgut-Tauschboxen können wir uns die Vielfalt zurück holen und gemeinsam erhalten.

WEITERE INFOS
FREIES SAATGUT – zum Hintergrund zu Saatgut-Tauschboxen und eine Übersicht der Aufstellungsorte in Deutschland

NDR-Beitrag: Alte Gemüsesorten selbst anbauen

(Linksammlung befindet sich im Aufbau)