Allgemein BAUKASTEN Pflanzenkunde

Bäume und Gehölze auf dem Balkon

Viele Gehölze lassen sich problemlos in Töpfen halten. Man denke an Bonsai! Es ist jedoch gar nicht unbedingt nötig die Bäume zu schneiden. Man kann sie einfach wachsen lassen, erst schneiden wenn sie zu groß werden oder um einen dichteren Wuchs zu erreichen. Die Pflanzen richten sich nach dem Licht und wachsen schräg nach vorne über die Balkonbrüstung, so daß sie auf dem Balkon kaum Fläche wegnehmen. Die Krone kann recht groß werden, sogar Kastanien kommen im Kübel auf dem Balkon zur Blüte. Insekten finden Nahrung in Form von Blättern, Nektar und Pollen. Blattläuse werden auf den Blättern leben und wiederum anderen Insekten und Vögeln als Nahrung dienen. Vögel nutzen die Bäume gerne als Sitzplatz.


gefäße und Pflanzsubstrat

Als Pflanzgefäße sind große Blumentöpfe, Kübel und für manche Arten sogar Balkonkästen geeignet.

Als Pflanzsubstrat ist normale Landerde perfekt. Allerdings ist sie in der Stadt nicht einfach zu bekommen. Tipp: In Kleinanzeigen im Internet wird manchmal Erdaushub oder Mutterboden angeboten. Der Vorteil der „normalen“ Erde sind die darin reichlich vorhandenen Bodenorganismen. Viele Bäume leben in Gemeinschaft mit Pilzen oder Bakterien.
Nachteil ist das hohe Gewicht der gefüllten Pflanzgefäße. Peinlich wenn irgendwann der Balkon runterkracht! Um das Gewicht zu reduzieren hilft es reichlich Blähton oder Bimskies unterzumischen. Beides sorgt gleichzeitig für gute Durchlüftung und verhindert Staunässe. Pflanzsubstrat für Dachgärten ist gut geeignet. Es gibt verschiedene Mischungen, es muß eine sein die für Gehölze geeignet ist.
Ist keine „normale“ Erde erhältlich, geht auch Kübelpflanzenerde, Erde für Beerensträucher oder – wenn es gar nicht anders geht – eine torffreie Blumenerde.

In der Natur fällt im Herbst das Laub und bleibt unter dem Baum liegen. Während die unterste Schicht von Kleinlebewesen und Mikroorganismen zersetzt wird, fällt Jahr für Jahr eine neue Schicht Laub darauf. Im Topf läßt sich das ganz gut nachahmen.
Vögel, vor allem Amseln, wühlen gerne in dieser Laubschicht herum, auf der Suche nach Insekten oder Würmern. Will man vermeiden daß junge Pflanzen dabei ausgerissen werden, hilft es, Steine oder irgendwelche Deko auf die Töpfe zu legen. Ein Nebeneffekt ist, daß es darunter kühl und schattig ist und sich Kleintiere gerne darunter verstecken.


Die Gehölze

Alle geeigneten Arten aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Darum nur ein paar Tips:

Birke, Schlehe, Kastanie, Weißdorn, Wildkirsche, Blutpflaume, Linde, Hasel, Bux wachsen nach eigener Erfahrung gut im Topf bzw. Kasten.

Birken sind die Bäume der Wahl wenn es um Robustheit geht. Sie wachsen jahrelang selbst in sehr kleinen Gefäßen ohne jeden Winterschutz. Sie überstehen trockene Zeiten. Wenn man vergisst zu gießen kann es passieren daß die komplett vertrocknete Pflanze nach gründlichem Wässern ganz unten am Stamm wieder austreibt.

Für Vögel und Insekten sind blühende und Beeren tragende Gehölze erste Wahl. Felsenbirnen sind gut geeignet.
Immergrüne Gehölze bieten Vögeln auch im Winter Schutz. Schneidet man die Pflanzen hin und wieder, werden sie dichter. Koniferen sind zwar bei Umweltschützern verpönt, erfüllen aber ihren Zweck. Besser sind immergrüne Pflanzen die auch Blüten oder Früchte tragen. Pfaffenhütchen sind bei Insekten und Vögeln gleichermaßen beliebt. Die Blüten geben Nektar, die Blätter Raupenfutter, die Beeren Vogelfutter. Für Menschen sind die Beeren giftig. Es gibt auch Kulturformen die Beeren tragen. Man findet die Pflanzen unter der Bezeichnung Kriechspindel. Die buntlaubigen Formen scheinen weniger zu blühen und zu fruchten.

Im Topf ist genug Platz für eine Unterpflanzung mit Blumen und Kräutern. Die Pflanzen setzt man am Besten gleichzeitig mit den Bäumen. Später wird der Wurzelballen zu fest und man kann kein größeres Pflanzloch machen. Versuche Pflanzenarten zu wählen die in der Natur unter diesem Baum wachsen würden.
Beispiele:
(Wald)erdbeeren, Waldmeister, Bärlauch, Gundermann, Gräser, Scharbockskraut, Mauerpfeffer, Veilchen, Glockenblumen, Löwenzahn, Taubnessel, Sauerklee, Schlüsselblume, Frühlingsblumen (Zwiebeln/ Knollen)…

Da die verwendete Erde nicht steril ist, kommen automatisch alle möglichen Pflanzen von selber. Poröse Steine wie Sandstein werden bei Erdkontakt nach einiger Zeit von Moos überwachsen.


Pflege der Bäume

Gießen:
Sobald die Krone groß wird, verdunstet das Laub sehr viel Wasser und man muß bei Hitze entsprechend viel gießen. unter Umständen zwei mal am Tag. Wenn das Gefäß aus Ton oder Holz besteht, noch mehr, weil über das Gefäß auch Wasser verdunstet. Der Wurzelballen darf auch im Winter nicht austrocknen. Bäume, die im Winter das Laub abwerfen, verdunsten fast nichts mehr und brauchen sehr wenig Wasser. Wenn es auf die Gefäße regnet oder schneit, muß man darauf achten daß sich keine Staunässe entwickelt und die Wurzeln verfaulen. Immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser und brauchen daher mehr.

Düngen:
Ab dem Austrieb im Frühjahr ist ein organischer Dünger gut geeignet, der gleichzeitig das Bodenleben fördert.

Frostschutz:
Gefährlich sind sonnige Tage im Winter oder Vorfrühling. Scheint die Sonne auf das Pflanzgefäß und erwärmt die Erde, kann es passieren daß die Pflanze „aufwacht“  und beginnt Wasser in den Stamm ziehen. Friert es in der folgenden Nacht, dehnt sich das Wasser aus und sprengt die Zellen. Der beste Frostschutz besteht darin Töpfe und Stamm vor Sonne zu schützen. Entweder indem man die Pflanzen in die schattige Ecke vom Balkon stellt oder durch Schattenspender wie Strohmatten, Säcke oder ähnliches. Das Material soll möglichst hell sein, damit es die Sonne reflektiert. Es darf nicht feucht darunter werden, weil sich sonst Pilzkrankheiten entwickeln können.


Wo bekomme ich einen Baum her?

Aus der Baumschule:

Manche Baumschulen bieten Wildgehölze an. Diverse Obstbäume gibt es als Zwergform zu kaufen.

Aus Samen ziehen:
Stelle einen mit Erde und halb vermodertem Laub gefüllten Blumenkasten auf den Balkon. Der Kasten sollte nach Möglichkeit im Regen stehen, es darf sich aber keine Staunässe bilden. Das halb vermoderte Laub ist wichtig. Du kannst einfach Herbstlaub sammeln. Viele Gehölzsamen brauchen um zu keimen die Mikroorganismen aus dem Boden.
Der Kasten muß im Winter draußen bleiben. Manche Gehölzsamen können erst nach einer Kältephase keimen. Das ist als Schutz gedacht. Würde der Samen bereits im Herbst keimen, wäre die junge Pflanze im Winter zu schwach und würde erfrieren. So keimt der Samen erst im Frühjahr und das kleine Pflänzchen findet beste Wachstumsbedingungen vor.
Immer wenn du Obst ißt steckst du die Samen in die Erde. Bringe Baumsamen vom Spaziergang mit und stecke sie auch in den Kasten. Stecke ein Schildchen dazu, damit du später weißt was da für ein Baum wächst. Nun heißt es warten und überraschen lassen…

Rette Bäumchen!
Manchmal keimen im Garten Baumsamen. Statt sie als Unkraut zu kompostieren – topfe sie ein. Junge Bäume gibt es auch in aufgegebenen Gärten, auf Baustellen, … Gib ihnen eine Chance als Balkonbaum!

Experimentiere und staune! 1000 Bäume auf 1000 Balkons in der Stadt …

 

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