Allgemein Ausstellung

»Kressehüte« – Uns wächst was aus dem Kopf

»Kresseköpfe« – Uns wächst  was aus dem Kopf

Susanne Schmitt (Schmitthut – »A hat is a message to the sky« | Milan Knizak) hat der Initiative drei Kressehüte kreiert und »besät«. Am 13. Mai 2017 wurden sie von der Fotokünstlerin Anna-Dorothee Arnold in einer »Kressehütesession« fotografiert. Die Portraits sind seit unserem 1. Geburtstag (am 11. Juni 2017) im Flur der »Klause« ausgestellt.

 

 

 

 

Im Laufe des Sommers 2017 wird es eine weiteren Fototermin mit frisch gesäten Hüten geben. Die Ausstellung endet im September mit dem Schließen der »Klause«!



Über die Künstlerin und Fotografin Anna Dorothee Arnold


(Wird alsbald ergänzt…)



Kontakt zu Anna-Dorothee Arnold: anna.d.arnold(at)googlemail.com



Über die Künstlerin und Modistin Susanne Schmitt

Darmstädter Modistin Susanne Schmitt stellt Kopfbedeckungen mit Überraschungen her
Von Petra Neumann-Prystaj aus dem Darmstädter Echo

»MARTINSVIERTEL – Das kleine, strahlend weiße Atelier-Geschäft im Martinsviertel ist Susanne Schmitts erweitertes Wohnzimmer. In den übereinandergestapelten alten Koffern bewahrt sie, sehr praktisch, Hutrohlinge und Winterhüte auf. Arbeit und Freizeit, diese scharfe Trennung kennt die ausgebildete Modistin nicht. Für sie gibt es nur nahtlose Übergänge. Manchmal gönnt sie sich einen längeren Marsch über das Oberfeld, um den Kopf zu leeren
und neue Ideen zu sammeln.

Die Hüte aus ihrer Werkstatt zeichnen sich durch präzise handwerkliche Verarbeitung und einen besonderen Stil aus. Da Susanne Schmitt eine große Schwäche für Wortspiele hat, gibt sie manchen Kunstwerken aus Filz sogar Namen. Ein Modell heißt „Sahnehäubchen“ wegen seiner Ähnlichkeit mit Sprühsahne, ein anderes „Lukas“, weil der Lokomotivführer aus Michael Endes Kinderbuch fast die gleiche Mütze trug.

In ihrem Laden treffen sich die Generationen. Ein Junge wünscht sich einen Hut zur Einschulung, ein junger Mann als Geschenk zum 18. Geburtstag, und eine 99 Jahre alte Frau bestellt sich in Erwartung eines heißen Sommers einen tollen Sonnenhut. Martinsviertler, aber auch Frankfurter, Mainzer, Wiesbadener und Stuttgarter fühlen sich von der Modistin gut behütet.

Vor zwölf Jahren hat sie ihr Geschäft in den Räumen der ehemaligen Metzgerei Schmidt eröffnet. Die Zeit ist schnell verflogen und fühlt sich für sie „wie vorgestern“ an. Sie schätzt die „schöne Stille“ und Lebendigkeit des Martinsviertels. Nein, sie möchte Darmstadt nicht mehr missen – obwohl sie gerade ihre Jugendliebe wiedergetroffen hat. Und die wohnt ziemlich weit weg in Rotterdam.

Wenn sie abends das Gefühl hat, dass „noch etwas ausgedrückt werden möchte“, verfremdet sie Hüte, und man kann sich gut vorstellen, dass sie dabei vor Schalk und Witz sprüht. Anregungen liefern ihr kleine Objekte, die sie sich vom Flohmarkt oder Sperrmüll besorgt oder über Ebay bestellt hat. Die meisten ihrer fantasievollen Kombinationen laden zum Geschichtenerfinden ein. Da gibt es einen mohnroten Hut, auf dem ein kleines Karussell rotiert. Oder einen Hut mit Schlüsselloch, durch das der Blick auf ein gerahmtes Foto fällt. Bei jeder Bewegung seines Trägers nickt der braune Wackeldackel auf dem grünen Jägerhütchen mit dem Kopf – wer bekäme da nicht sofort gute Laune? Eine mit einer tickenden Uhr geschmückte Kopfbedeckung muss man im doppelten Sinne „aufziehen“. Zweifach tragbar – auf dem Kopf und in der Hand – ist der Hut mit Koffergriff, der Schmitts Begleiter auf mehreren Reisen war. „Der hat schon richtig was erlebt“, sagt sie.

In ihrer Jugend hat sie mit dem Gedanken gespielt, zum Zirkus zu gehen. Sie war zehn, als ihr Vater sie in einem Kinder- und Jugendzirkus anmeldete, weil sie nicht so schnell rennen konnte wie ihre Mitschüler. Er fand, sie solle lernen, auf einem anderen Gebiet zu glänzen. Beim Jonglieren machte sie so große Fortschritte, dass sie die Aufnahmeprüfung für die Zirkusschule von Bristol bestand. Doch in letzter Minute entschied sie sich für „etwas Vernünftiges“, die Hutmacherei.

Jetzt holt die Vergangenheit sie ein. Ihr Jugendfreund, den sie einst beim Jonglieren kennengelernt hatte, arbeitet heute in der Zirkus-schule von Rotterdam. Er mag Hüte, vor allem ihre, und Susanne Schmitt mag nach wie vor den Zirkus, das Varieté und Straßentheater.

Das Jonglieren mit Keulen hat sie übrigens nicht verlernt.«


Kontakt zu Susanne Schmitt:
Schmitthut, Arheilger Straße 58, D-64289 Darmstadt, Telefon 06151 / 9678430, Email post(at)schmitthut.de
www.schmitthut.de, facebook, hueter-der-nacht.tumblr, Instagram

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